Welt der Salzwunder: der „Mann im Salz“!

Salz konserviert, das weiß doch jedes Kind. Drei Bergleuten wurde dieser Umstand im April 1734 auf gruselige Weise vor Augen geführt: Sie entdeckten bei ihren Arbeiten unter Tage die gut erhaltene Leiche eines Mannes! Kleidung, Haut und Haare ließen sogleich den Schluss zu, dass der Fund hunderte Jahre alt sei und man begrub ihn als Heiden außerhalb der Friedhof-Mauern. Heute wird vermutet, dass der Mann wohl schon im 1. Jahrtausend v. Chr. einem Grubenunglück zum Opfer fiel.
Nahe am Fundort berichtet Bergmann Sepp in spannenden und bewegenden Worten von diesem Salzwunder!

Jeden Sommer führen die Archäologen des Naturhistorischen Museums in Wien Grabungen im Hallstätter Hochtal und im Salzbergwerk durch.

Expedition ins älteste Salzbergwerk der Welt.

Mit Schutzkleidung, Helm und Lampe bewaffnet geht es auf eine einzigartige „prähistorische Expedition“. Kleine Gruppen dringen dabei tief ins Innere des Berges, die mehrstündige Tour führt durch die sogenannte „Hallstatt-Zeit“ hin zu spannenden Spuren und Relikten aus 7.000 Jahren Salzabbau: die berühmten Hallstätter Herzen und Kienspan-Fackeln, die ein Bergmann vor Jahrtausenden in seinen Händen hielt, oder die älteste Stiege der Welt bringen einen unvergleichlich nah an längst vergangene Zeiten!

Die „prähistorische Expedition“ findet an folgenden Terminen statt:

  • 7. Mai bis 12. September: jeden Freitag, 14.00 Uhr
  • 13. September bis 26. Oktober: jeden Freitag, 12.00 Uhr
  • Dauer: ca. 4 Stunden

Mann im Salz

Mann im Salz

Rudi´s Tipp

Diese ungewöhnliche Führung sollte man nicht versäumen!
Daher keinesfalls die Voranmeldung vergessen, weitere Termine sind auf Anfrage möglich.

 

Historische Daten Bergbau Hallstatt

 

5000 v. Chr.

Ein 1838 gefundener jungsteinzeitlicher Pickel aus Hirschgeweih wurde vermutlich zum Salzabbau verwendet.

 

ab 1500 v. Chr.

Die ältesten konkreten Nachweise für einen organisierten Bergbaubetrieb stammen aus der mittleren Bronzezeit.

 

1344 v. Chr.

Bau der bestens erhaltenen Holztreppe.

 

800 – 400 v. Chr.

Blütezeit des prähistorischen Bergbaus bis in eine Tiefe von 200 m in der sog. Hallstattzeit.

 

um 350 v. Chr.

Ein großer Murenabgang bringt den Bergbau zum Erliegen. Das gesamte Hochtal mit allen Betriebsanlagen wird meterhoch überschüttet.

 

350 v. Chr. – 400 n. Chr.

Fortsetzung des Salzabbaus an neuer Stelle.

 

1284

Errichtung des Rudolfsturms zum Schutz des Salzbergwerks.

 

1311

erste urkundliche Erwähnung des Hallstätter Salzwesens (Verleihung des Marktrechtes durch Königin Elisabeth)

 

1511

Thomas Seeauer errichtet die Steeger Klause: Damit konnte der Spiegel des Hallstätter Sees angehoben werden, um das nötige Fahrwasser für die Salzzillen in der Traun bereitzustellen.

 

1595 – 1604

Errichtung der 40 km langen Soleleitung von Hallstatt zur neuen Saline in Ebensee. Rasch wachsende Bedeutung des Hallstätter Bergbaus als wichtigster Sole-Lieferant.

 

1600 – 1960

Hallstatt ist der bedeutendste Bergbaustandort im Salzkammergut und wird erst in den 60er-Jahren des 20. Jhdts. von Altaussee überholt.

 

1846

Beginn der systematischen Erschließung des weltberühmten Gräberfeldes durch Bergmeister Ramsauer. Die umfangreichen Funde gaben der älteren Eisenzeit (800 – 400 v. Chr.) den Namen „Hallstattzeit“.

 

1909

313 Beschäftigte arbeiten im Bergbaubetrieb.

 

1965

Schließung der Hallstätter Saline.

 

2008

40 Beschäftigte produzieren jährlich 605.000 m³ Sole mit einem Salzinhalt von 180.000 Tonnen.