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Die Geschichte des Salzbergwerks Altaussee: Vom Mittelalter über die „Monuments Men“ bis zu 1,47 Millionen m³ Sole

Das Salzbergwerk Altaussee im steirischen Ausseerland blickt auf eine bewegte – und zum Teil sogar filmreife – Geschichte vom Hochmittelalter bis in die Gegenwart zurück. Und ausnahmsweise hat diese Story nicht immer etwas mit Salz zu tun. Sondern mit Kunstschätzen von unermesslichem Wert, mit nicht gezündeten Nazi-Bomben und mit mutigen Ausseer Bergmännern… Klingt spannend? Ist es auch! Und zwar so spannend, dass dieser Teil der Geschichte des Altausseer Bergwerks mit Hollywood-Starbesetzung verfilmt worden ist.

Hollywood in Altaussee: Wie die „Monuments Men” auf mutige Männer aus
Altaussee trafen…

Die Geschichte, die sich in den letzten beiden Jahren des Zweiten Weltkrieges im Altausseer Bergwerk abgespielt hat, lieferte einen Teil des Stoffs für einen Hollywood-Streifen mit Starbesetzung. Im Film mit dem Titel „The Monuments Men“ von und mit George Clooney und den Hollywood-Stars Matt Damon und Bill Murray wird die Geschichte der Bergung von Kunstgütern durch die sogenannten „Monuments Men“ erzählt. Denn die Nazis hatten in ganz Europa Kunstschätze von unermesslichem Wert gestohlen und sie vor den Bombenangriffen der Alliierten in Bergwerken versteckt. Im Angesicht der Niederlage erteilte Adolf Hitler den sogenannten „Nerobefehl“: Sprich, die Kunstwerke, die in den Bergwerken eingelagert waren, aber auch alles andere, was für den Feind hätte wichtig sein können, sollte zerstört werden. Für die Monuments Men ein Wettlauf gegen die Zeit, der sie auch in das Bergwerk in Altaussee führte…

Die wahre Geschichte der Kunstschätze-Rettung: Das Lager im „Berg der Schätze“

Eine Madonna von Michelangelo, Gemälde von Rubens und Rembrandt, der Genter Altar der Brüder van Eyck, der Tassilokelch, Werke von Dürer und Vermeer – Kunst von unschätzbarem Wert wäre während der letzten Kriegswochen im Jahr 1945 um Haaresbreite im Altausseer Bergwerk gesprengt worden! Aber am besten fangen wir mit der Geschichte vorne an: Als das Deutsche Reich zu zerfallen begann und die Alliierten deutsche Städte bombardierten, begannen die Nationalsozialisten, die Schätze, die sie in ganz Europa an sich gerafft hatten, unter der Erde zu verstecken. In den Bergwerken sollten Gemälde, Skulpturen und viele andere wertvolle Gegenstände vor den Bomben der Feinde sicher sein. Doch vor dem Wahnsinn des Führers waren sie keineswegs sicher. Denn der Diktator hatte im Frühjahr 1945 von Berlin aus den Befehlt erteilt, im Falle einer Niederlage alles, was das deutsche Volk geschaffen hatte – Fabriken, Straßen, Brücken, Kunstwerke – zu zerstören. Dieser sogenannte „Nerobefehl“ schloss die Kunstwerke, die in den Stollen von Altaussee lagerten und ursprünglich größtenteils für ein „Führermuseum“ in Linz gedacht waren, mit ein. Wenig später sollte Hitler diesen Befehl widerrufen.

Als die Altausseer Bergleute zu Helden wurden

Doch der Gauleiter von Oberdonau, August Eigruber, dem auch das steirische Salzkammergut unterstand, war ein fanatischer Nationalsozialist. Er setzte alles daran, den ursprünglichen Befehl Hitlers auszuführen und die Kunstschätze im Salzbergwerk Altaussee zu zerstören. Also ließ Eigruber acht Fliegerbomben-Blindgänger, die von den Amerikanern über Linz abgeworfen worden waren, in die Stollen von Altaussee schaffen. „Vorsicht Marmor, nicht stürzen“ hatte er zur Tarnung auf die Kisten mit dem explosiven Inhalt schreiben lassen. Doch die Altausseer Bergleute schöpften Verdacht und ein Wettlauf mit der Zeit begann. Schließlich gelang es den beherzten Bergmännern, die wertvollen Kunstschätze in letzter Sekunde vor der Zerstörung zu retten. Die 2019 gestaltete Schaustelle „Das Glück der Kunst" zeichnet die letzten Kriegstage und die spektakuläre Bergung der Kunstgüter nach. Und wenn man bei einer Tour durch die Salzwelten Altaussee einen Blick in die Tiefen des Sandling-Berges wirft, kann man sich gut vorstellen, wie es damals war, als in den unterirdischen Hallen Michelangelos Madonna, der Genter Altar und Gemälde von unermesslichem Wert lagerten. Oder wie es wäre, wenn plötzlich George Clooney und Matt Damon hinter der nächsten Stollen-Biegung auftauchen würden… 


Tanjas Tipp: Sonderführung „Bomben auf Michelangelo“

Wie es den mutigen Altausseer Bergleuten genau gelungen ist, die wertvollen Kunstschätze vor der Zerstörung zu retten und warum einige der berühmten Kunstwerke kurze Zeit später in Hinterzimmern von Gasthöfen auftauchten – all das erfährt man in der rund 90-minütigen Sonderführung „Bomben auf Michelangelo“. Neugierig auf die True-Story? Dann melde dich und deine Gruppe gleich per Mail oder telefonisch unter +43 (0) 6132 200 2400 für die nächste Sonderführung an!


Das größte aktive Salzbergwerk Österreichs

Das Salzbergwerk in Altaussee kann nicht nur auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken: Auch heute ist hier noch einiges in Bewegung! Neben dem Besucherbergwerk ist Altaussee auch das größte aktive Salzbergwerk Österreichs! Aktuell sind hier 30 Werksanlagen mit 18 Bohrlochsonden in Betrieb und 57 Personen arbeiten im Bergbau. Jährlich werden hier rund 1,47 Millionen Kubikmeter Sole produziert – das entspricht 500.000 Tonnen Salz, die die Salinen Austria AG zu unterschiedlichsten Produkten weiterverarbeitet. Zu Speisesalz auf dem Esstisch, zu Salz für den Pool sowie zu Salz als Bestandteil von medizinischen oder kosmetischen Produkten. Das Salz aus Österreichs größter aktiver Abbaustätte ist überall!

Der Salzbergbau in Altaussee – vom Mittelalter bis heute

1147

Salzabbau in Altaussee wird erstmals urkundlich erwähnt; Bergbau- und Pfannenbetrieb ist in Händen des Stiftes Rein bei Graz

1211

Bergbau- und Siederechte werden von Herzog Leopold VI. verstaatlicht; Sudpfannen übersiedeln vom Augstbach nach Unterlupitsch

um 1285

Pfannenbetrieb übersiedelt ins heutige Bad Aussee

1319

Steinbergstollen wird angeschlagen

1334

neue und größere Pfannen in Bad Aussee – Produktionsmenge wird auf rund 10.000 Tonnen Salz pro Jahr gesteigert!

1334 - 1449

Blütezeit des mittelalterlichen Salzabbaus unter der privaten Hallinger-Gewerkschaft

1449

erneute Verstaatlichung durch Kaiser Friedrich III.

um 1550

120 Arbeiter sind im Bergbau beschäftigt

17. – 19. Jh.

jährliche Salzproduktion stagniert bei rund 10.000 Tonnen

1906

neue Soleleitung wird in Betrieb genommen; Produktionsmenge vervierfacht sich; historischer Höchststand von 238 Beschäftigten

1943 – 1945

Nazis verstecken gestohlene Kunstschätze im Bergwerk – Ausseer Bergmänner bewahren sie vor der Zerstörung

1948

Erbstollen wird angeschlagen

1965

es wird von Solegewinnung auf Bohrlochsondenverfahren umgestellt

2020

57 Beschäftigte produzieren aus 18 Bohrlochsonden unter Tage rund 1,47 Millionen Kubikmeter Sole pro Jahr – das ergibt 500.000 Tonnen reinstes Salz

Salzwelten
Audio Guide App

Hier können Sie sich Ihren Audioguide für die Salzwelten herunterladen. Es sind die Standorte Hallein, Hallstatt und Altaussee auf dieser App zusammengefasst.