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Die neue Via Salis in Altaussee Eine traumhafte Wanderung durchs Ausseerland

Die goldenen Herbsttage laden zum Wandern ein. Warum nicht der „Via Salis“ in Altaussee einen Besuch abstatten? Auf diesem rund 11 Kilometer langen Rundweg durchs Ausseerland werden allerhand Informationen über den Bergbau und die Geschichte von Altaussee geboten. 21 Stationen gibt es insgesamt, dazu kommen noch Informationstafeln an den verschiedenen Stollenportalen. Aufmerksam geworden sind wir auf diesen Wanderweg durch einen interessanten Radiobeitrag vom Freien Radio Salzkammergut.


Start unserer Wanderung

Los geht es beim Kurpark direkt bei der Gemeinde in Altaussee. Dort ist auch das Infobüro des Tourismusverbandes Ausseerland untergebracht. Die netten Mitarbeiterinnen versorgen uns mit einem Folder über die Via Salis samt Übersichtskarte.

Die genaue Routenführung der Via Salis findest du hier!

Nicht zu übersehen ist eine große „Schlägel und Eisen“ Skulptur im Kurpark. Sie weist auf den Charakter von Altaussee als Bergwerksort hin, immerhin steht hier das größte aktive Salzbergwerk Österreichs. Insgesamt werden hier jährlich über zwei Millionen Liter Sole gewonnen und über die Soleleitung bis in die Saline nach Ebensee geleitet. Dort wird aus der Altausseer Sole BAD ISCHLER Spezialsalz produziert. Eigentlich könnte es auch ALTAUSSEER Spezialsalz heißen :).

Vom Kurpark führt der Weg Richtung Loser am Kindergarten vorbei bis zur „Donisbrücke“ und weiter über die Ortschaft „Reith“. Zwischen den Bauernhöfen durch bieten sich immer wieder schöne Blicke auf Altaussee und den Loser.

Friedlich grasen im Herbst die Kühe mit ihren Kälbern auf den Wiesen. Ein wichtiger Hinweis an dieser Stelle: auf der gesamten Via Salis herrscht Leinenpflicht! Auch später im Wald freuen sich Grundeigentümer und Jäger, wenn wir daran denken.

Weiter geht es über einen steilen Forstweg in Richtung Pflindsberg. Auch wenn die Ruine Pflindsburg nicht direkt am Weg liegt, machen wir einen kleinen Abstecher zur Aussichtswarte und genießen den Blick auf den Altausseer See. Für diesen Umweg sollte man ca. 20 Minuten gesamt einplanen. Wir folgen den zahlreichen gelben „Via Salis“ Wegweisern über die Forststraße bis zu der Tafel „Die Römer am Sandling“. Wir erfahren hier, dass wahrscheinlich die Römer hier schon Salz abgebaut haben und ganz in der Nähe Ausgrabungen gemacht wurden. Zahlreiche Fundstücke sind im Kammerhofmuseum in Bad Aussee zu besichtigen.

Von hier führt uns ein steiler Waldweg erneut auf eine Forststraße. Wir folgen ihr bis zu den Stollenportalen vom Moosberg und Sandlingberg. Diese Eingänge wurden vor einigen Jahren eher zweckmäßig und nüchtern gestaltet. Etwas abseits liegt der Ahornbergstollen. Er ist heute nicht mehr begehbar, allerdings war er der älteste Stollen in Altaussee. Ausgedehnte Schilffelder liegen herrlich neben der Wegstrecke. Es lässt sich kaum erahnen, dass früher alles als Futterwiesen für die Tiere genutzt wurde. Beim Moosbergstollen finden wir auf den Infotafeln alte Fotos aus den 1920er Jahren, wo dies gut erkenntlich ist.

Richtig spannend wird es beim Bräunerberg. Hier wurde das Einfahrtsgebäude originalgetreu restauriert und mit einer Sitzgarnitur versehen. Wir nutzen die Gelegenheit und genießen unsere mitgebrachte Jause an diesem höchsten Punkt der Via Salis. Ein atemberaubender Blick erschließt sich an dieser Stelle auf den tiefschwarzen Altausseer See und den Loser. Die herbstlich gefärbten Bäume spiegeln sich im See und zeichnen bunte Farbtupfer auf die Wasseroberfläche.


Frisch gestärkt geht es bergab zum Kriechbaumbergstollen. Auch hier ist die Tür mit einem Sichtfenster versehen. Kunstvoll sind die Steine geschlichtet und eine Tafel verrät das Alter des Stollens: 1625!

Unser nächster Halt ist das „Steinbergareal“ mit den Salzwelten Altaussee, dem Schaubergwerk. Wir nutzen die Gelegenheit und nehmen an einer Führung teil. Als erfahrene Wanderer haben wir an T-Shirts zum Wechseln gedacht. Immerhin haben wir schon über 300 Höhenmeter überwunden und sind auf den teilweise steilen Wegen ordentlich ins Schwitzen gekommen!

Hier kannst du dir ganz einfach dein Online-Ticket sichern

Glück Auf! in den Salzwelten Altaussee

Rund eineinhalb Stunden dauert die Führung durch den „Berg der Schätze“, wie der Sandling auch genannt wird. Wir sind begeistert von den Stollen aus rötlich schimmerndem Steinsalz und vertiefen unser Wissen über den Salzabbau und die spannende Geschichte, wie die Bergmänner unbezahlbare Kunstschätze im 2. Weltkrieg vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten gerettet haben!


In Gedanken noch ganz bei der Führung übersehen wir fast, dass die Via Salis gleich nach den Salzwelten links über einen steilen Weg abzweigt. Etwa 100 Meter rechts des Weges liegt der „Franzbergstollen“. Wir staunen über das alte Foto am Portal, wo Besucher auf einem Hunt aus dem heute etwas verwachsenen Stollen kommen. Die nächste Station ist eine alte, aber noch in Betrieb befindliche, Solestube. Von diesem Punkt aus wird die gesamte Altausseer Sole mit der Soleleitung über Bad Ischl nach Ebensee geleitet.

Ein kurzes Stück folgen wir der Straße bis rechts der „Wiesenweg“ abzweigt.
Der Weg führt malerisch durch ein Dammwildgehege zurück nach Altaussee bis in den Kurpark.
Wir sind begeistert von dem Rundweg, die Informationen sind gut aufbereitet und kurzweilig. Alle Details aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen. Die Landschaft ist ohnehin von einer bestechenden Schönheit. Ein paar Tipps möchte ich trotzdem geben:

  1. Jause, Getränke und T-Shirt zum Wechseln nicht vergessen
     
  2. Genügend Zeit einplanen, vor allem wenn man das Bergwerk besuchen möchte!
     
  3. Die Strecke ist größtenteils nicht für Kinderwägen geeignet! Es handelt sich um eine Wanderung, man sollte einigermaßen fit sein!
     
  4. Es gibt eine kostenlose Audioguide-APP auf Deutsch und Englisch. Wir haben uns teilweise die nächste Station am Weg dorthin angehört.
     
  5. Es gibt eine eigene Radroute für E-Bikes. Die GPS-Daten kann man hier herunterladen. ACHTUNG! Die in diesem Beitrag beschriebene Via Salis ist ein Fußweg, die Radroute hat einen anderen Verlauf und ist mit eigenen Wegweisern gekennzeichnet.

Zum Autor

Mag. Harald Pernkopf

Harald ist Pressesprecher der Salzwelten GmbH. Er ist im wunderschönen Ausseerland zuhause und kennt sowohl die Region, als auch die Stollen unserer drei Salzbergwerke, wie seine Westentasche.

Salzwelten Destination Guide & Audio Guide

Hier können Sie sich Ihren Audioguide für die Salzwelten herunterladen. Es sind die Standorte Hallein, Hallstatt und Altaussee auf dieser App zusammengefasst.