Faszinierende Geschichte(n) vom Salzberg

Wenn Sie durch die mystischen Stollen der Salzwelten Hallein wandern, begleitet Sie auf Schritt und Tritt eine jahrtausendealte Geschichte. Denn schon in der Jungsteinzeit wurde dem Dürrnberg sein „Weißes Gold“ abgerungen.

Bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. begann der prähistorische Salzabbau am Dürrnberg. In der sogenannten Eisenzeit – vor rund 2.600 Jahren – besiedelten dann die Kelten den Dürrnberg. Sie nutzten die reichen Salzvorkommen des Dürrnbergs für sich; das „Weiße Gold“ bildete ihre Lebensgrundlage und sicherte für lange Jahre Arbeit und Wohlstand. Davon zeugen bis heute aufwändige Alltagsgegenstände wie kunstvolle Kannen, die Sie im Keltenmuseum Hallein besichtigen können. Auch Gegenstände aus Gold, Koralle oder Bernstein wurden im Bereich des Dürrnbergs gefunden. Das belegt wiederum, dass die Kelten Handelsbeziehungen unterhielten, die weit über die heutigen Landesgrenzen hinausgingen.

    

Niedergang und Neuanfang

Mit dem Einzug der Römer kam die Salzgewinnung vorerst zum Erliegen. Erst im 12. Jahrhundert - genau gesagt im Jahr 1191 - wurde dem Salzabbau am Dürrnberg wieder Leben eingehaucht. Und zwar von keinen geringeren als den Fürsterzbischöfen von Salzburg. Das "Weiße Gold" wurde zur Quelle ihres Reichtums. Davon zeugen bis heute die barocken Prachtbauten in der Residenzstadt Salzburg. Mit Juli 1989 endete der aktive Salzabbau am Dürrnberg offiziell. Stolze 800 Jahre war das Salzbergwerk in Betrieb. Während dieser Zeit wurden am Dürrnberg bei Hallein rund 45 Millionen m³ Sole und etwa 12 Millionen Tonnen Salz erzeugt.

400 Jahre alt – und doch topmodern

Das Interesse am ältesten Schaubergwerk der Welt ist bis heute ungebrochen groß. So wurde im Rahmen der Feier zum 400-jährigen Bestehen des Schaubergwerks Dürrnberg im Mai 2017 auch die neue Aussichtsplattform eingeweiht. Besuchen Sie die spektakuläre Terrasse mit Ausichtsturm und genießen Sie den atemberaubenden Blick – dank Überdachung bei jedem Wetter. Hoch oben vom Turm aus haben Sie eine prachtvolle Aussicht – in Richtung Stadt Salzburg, zum Untersberg und zum Gaisberg. Ein Erlebnis, dass Sie sich während Ihres Aufenthalts in den Salzwelten Hallein auf keinen Fall entgehen lassen sollten!

Weitere Informationen

Sie möchten mehr über die spannende Geschichte der Kelten erfahren? Im Keltendorf SALINA erwartet Sie eine originalgetreue Nachbildung der Welt der Kelten. Der Eintritt ist mit Ihrem Salzwelten-Ticket kostenlos.
Auch im Keltenmuseum Hallein können Sie tief in die Zeit der Kelten eintauchen. Der Besuch im Museum in Hallein ist für Sie kostenlos bei Vorlage Ihres Salzwelten-Tickets.

Der Bergbau am Dürrnberg: historische Daten

4000 v. Ch.Ansässige Völker nutzen natürliche Solequellen zur Salzgewinnung.
ca. 600 v. Ch.Die Kelten bauen Salz erstmals bergmännisch ab. Das prähistorische Stollensystem erreicht 4,5 km Länge und 280 m Tiefe.
200 n. Ch.Immer geringerer Salzabbau am Dürrnberg
696Der Wanderprediger St. Rupert gründet die Abtei St. Peter. Der bayrische Herzog Theodor schenkt ihm 20 Soleschöpfbrunnen zu Reichenhall.
1196Kampf ums Weiße Gold: Erzbischof Adalbert von Salzburg ließ die Stadt Reichenhall mit ihren Salinen niederbrennen.
1210In Mühlpach (Hallein) wird eine der ersten Salzpfannen betrieben.
1271Erste Vereinbarung der Probstei Berchtesgaden mit dem Salzburger Domkapitel über einen grenzüberschreitenden Salzbergbau.
1295Soldaten des Salzburger Erzbischofs verwüsten die Pfanne Gosau und stecken das Pfannhaus von Aussee in Brand.
1315 - 1450Anschlag mehrerer Stollen und Erweiterung des Salzabbaus.
1530Erzbischof Mathias Lang kauft die letzten Midsiederanteile der Halleiner Pfannhäuser und vollendet den jahrhundertelangen Monopolisierungsprozess.
1542Die Produktion erreicht ein Jahresvolumen von 22.000 Tonnen.
1607Die ersten Gäste befahren das Bergwerk. Seither wurden annähernd 5 Millionen Besucher verzeichnet.
1816Einverleibung von Salzburg durch Österreich.
1862Inbetriebnahme der neu errichteten Gusseisen-Soleleitung, der Augustiner Solstube und der Groß-Saline auf der Pernerinsel.
1871Verlängerung der Bahnlinie von Salzburg nach Hallein: Dadurch kommt die Salzach-Schifffahrt zum Erliegen und macht hunderte Schiffleute, Kleitzer und Küffer brotlos.
1928Die Ebenseer Solvay Werke etablieren sich in den unbenutzten Salinenräumlichkeiten.
1928 - 1943Lagerstättenerkundung mit fünf Bohrungen auf Initiative des Oberbergmeisters Romed Plank.
1971Der absolute Spitzenwert mit 72.230 Tonnen Salz pro Jahr wird erreicht. Doch die Speisesalzerzeugung musste an Ebensee abgetreten werden, was eine kostendeckende Erzeugung in Hallein unmöglich machte.
1972Große Krise im Salzbergbau und der Saline Hallein.
1979Eröffnung der Groß-Saline in Ebensee. Dadurch düstere Aussichten für die Saline Hallein.
31.7.1989Die Sole- und Salzproduktion wird in Hallein eingestellt.
1994Eröffnung der Besucherstrecke und der überirdischen Anlagen.